Die wichtigsten 10 Punkte zum Thema private Altersvorsorge

Geschrieben von admin am Dezember 2nd, 2011. Veröffentlicht in Artikel

Warum private Altersvorsorge? Die Deutschen werden immer älter und der auf Umlage basierende Generationenvertrag stößt an seine Grenzen. Deswegen wird das Rentenniveau auch in Zukunft weiter gesenkt.

1. Private Altersvorsorge als erste Bürgerpflicht
„Die Rente ist sicher“ – wer kennt es nicht, dieses Bonmot des damaligen Arbeitsministers Norbert Blüm. Unverblümt lässt sich hierzu heute sagen, dass dies sicherlich ein für die heutige Rentnergeneration noch am
ehesten zutreffendes Statement war. Der Demografie-Wandel in Deutschland bürdet durch immer älter werdende Menschen im gesetzlichen Rentensystem immer weniger Beitragszahlern immer höhere Lasten auf. Trotzdem stagnieren oder fallen die Renten. Dagegen muss nun jeder selbst private Altersvorsorge betreiben.

2. Versorgungswerke – Generationenvorteil bald aufgebraucht
Die prognostizierten Rentenanwartschaften der berufsständischen Versorgungswerke sind aufgrund der vielfach noch recht jungen Einrichtungen für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Juristen, Steuerberater oder Architekten bereits in frühen Jahren deutlich höher als gesetzliche Vergleichsrenten. Jedoch: Die gesellschaftlichen Veränderungen machen auch vor bestimmten Berufsgruppen nicht halt: Steigen im
Versorgungswerk die Zahlen der Leistungsempfänger und sinkt zugleich die Menge an Beitragszahlern, so werden auch dort die Prognosen für die Alters- und Erwerbsminderungsrenten nach unten angepasst, oder das Versorgungswerk wird insolvent.

3. Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not
Was der Volksmund bereits seit hunderten von Jahren kennt, trifft auch heute noch für die private Altersvorsorge zu: Um meiner Altersarmut zu entgehen, muss ich heute von meiner Liquidität Teile für das Alter zurücklegen, sei es gezwungen durch gesetzliche oder berufsständische Versorger, sei es freiwillig darüber hinaus. Niemand möchte im Alter in finanzielle Not geraten.

4. Riestern kann nur eine kleine Lücke füllen
Zwar gilt hier ebenfalls: Kleinvieh macht auch Mist. Aber die durch den ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester gesetzlich eingeführte Zusatzversorgung nach dem Altersvermögensgesetz hatte 2001 lediglich
zum Ziel, eine 3-prozentige Kürzung der gesetzlichen Rente aufzufangen. Der Staat setzt Anreize für private Altersvorsorge durch einen Riester-eigenen Sonderausgabenabzug bei der Steuer und verschiedene Zulagen, jedoch nur bis zu einem Maximalbeitrag von € 2.100,– pro Jahr. Mehr durfte Herr Riester aus dem Bundeshaushalt als Anreiz nicht locker machen. Versorgungswerksmitglieder sind aufgrund ihrer Privilegierung (s.o. zu 2.) jedoch nicht selbst förderberechtigt.

5. Der richtige, individuelle Mix ist entscheidend
Zwar können sogar geringfügig Beschäftigte freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen und dann bei minimalem Eigenanteil in den Genuss der Riester-Förderung kommen. Allerdings erfolgt eine Anrechnung von
Riesterrenten auf Hartz IV oder Sozialhilfe im Alter. Verschiedene Sozialstudien haben ergeben, dass bei entsprechend geringer gesetzlicher Rente aufgrund von Vorruhestand oder längerer beruflicher Ausfallzeiten
sogar Bezieher mittlerer Einkommen unter Umständen nur eine gesetzliche Rente unter dem Grundsicherungsniveau erhalten. Erhalte ich darum also als Rentner staatliche Hilfe, kann diese unter
Umständen durch die geförderte Riesterrente gekürzt werden. Daher kann es für den langlebigen Gering- und Normalverdiener ratsam sein, eher eine Rürup-Rente zu besparen.

6. Rürup-Renten sollen die Langlebigkeit einer immer größeren Bevölkerungsgruppe abdecken
Der Gesetzgeber hat recht schnell die Endlichkeit des Riesterns erkannt und 2005 die gesamte Vorsorgewelt neu gestaltet. Seitdem kann in der neuen Vorsorgeschicht 1 jedermann als private Altersvorsorge eine sogenannte „Basisrente“ abschließen. Diese von der Rürup-Kommission erdachte Vorsorgevariante wird ebenfalls bei der Beitragszahlung bis € 20.000,– p.a. (Verheiratete bis € 40.000,– p.a.) steuerlich gefördert. Im Alter ist die lebenslange Rürup-Rente ab 2040 aber wie die Riesterrente heute schon zu 100 % steuerpflichtig und nur eingeschränkt vererbbar. Wer also nach der individuellen Situation einen hohen Steuersatz und/oder ein frühzeitiges Ableben fürchtet, für den ist dann private Altersvorsorge mit einem freien Vorsorgebaustein der Schicht 3 eher von Vorteil.

7. Den eigenen Berater sorgfältig auswählen
Der steigende Bedarf für private Altersvorsorge ist natürlich auch für die Vermittlerschar interessant. Deswegen sollte der Kunde zunächst einen fachlich gut ausgebildeten und seriösen Berater mit entsprechend
langjähriger Branchenerfahrung auswählen. Der Berater sollte zumindest im IHK-Vermittlerregister registriert sein, eine fundierte Ausbildung oder ein entsprechendes Studium nachweisen können und über mehrere Jahre
Berufserfahrung verfügen. Fachliche Eignung und Qualifikation des Beraters lassen sich heute schnell
und objektiv über Bewertungsportale im Internet prüfen. Der Mandant sollte sodann im ersten Gespräch das Gefühl haben, zu verstehen und verstanden zu werden.

8. Nicht ausschließlich auf Garantieversprechen setzen
Ob nun eine kapitalbildende „Blackbox“, bei der ich gar nichts über die Anlagestrategie erfahre, oder eine Fondslösung mit Garantieprodukten darin, eins ist klar: Harte Garantien für private Altersvorsorge haben stets ihren Preis und schmälern die Rendite. Bei Garantiefonds zahlt der Kunde diesen Preis eventuell über eine Rückversicherung dahinter, bei kapitalbildenden Versicherungen über einen hohen Anteil an festverzinslichen Papieren im Portfolio. In Niedrigzinsphasen (wie jetzt) können nur magere, auf längere Laufzeit unattraktive Zuwächse garantiert werden. Nach dieser Logik wird derzeit wieder die gesetzliche Mindestverzinsung in der Branche gesenkt. Wichtiger als eine heute gegebene Garantie ist bei langen Laufzeiten die tatsächliche Höhe der Rendite. Besser geeignet für private Altersvorsorge ist daher eine angepasste Mischung aus verschiedenen Fonds für eine sinnvolle Durchschnittsrendite über die gesamte Laufzeit.

9. Indexfonds sind eine Beimischung, keine Allzweckwaffe
Index- oder ETF-Fonds besitzen kein aktives Management, daher werden auch keine Managementgebühren erhoben. Oftmals kommen sie sogar ohne Ausgabeaufschläge daher. Soweit, so gut. Als Beimischung eignen
sie sich sicherlich. Der auf sie zur Vorsorge vertrauende Anleger sollte sich jedoch ehrlicherweise fragen, ob er das Wohl seiner Rente einzig an die Entwicklung eines oder mehrerer Indizes ketten möchte. Oder ob er
den Beginn der Rentenzahlung ein paar Jahre verschieben möchte, damit Index und Fonds sich gegebenenfalls erholen können. Zu oft wurden auch prominente Indizes wie DAX, REX, Dow oder Eurostoxx 50 auf Berg- und Talfahrt gesichtet und der richtige Zeitpunkt auszusteigen ist leider den wenigsten bekannt.

10. Die fondsgebundene Versicherungslösung schlägt auf lange Sicht den Fondsparplan
Der Gesetzgeber hat bei Einführung der Abgeltungssteuer bestimmte Sparprozesse begünstigt, die klar das Ziel private Altersvorsorge bedienen. Hierunter fallen auch fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen. Am langen Ende entscheidet neben diesen steuerlichen Fragen aber hauptsächlich der Ertrag und die Kosten. Abschluss- und Vertriebskosten werden bei Fonds durch laufende
Ausgabeaufschläge, bei der Versicherungslösung aus den Beiträgen der ersten Jahre gedeckt. Laufende Verwaltungs- und Depotgebühren entstehen sowohl bei der Fonds-, als auch bei der versicherungs- vertraglichen Lösung. Wichtig ist auch, welche Kosten mir während der Laufzeit gegebenenfalls
wieder gutgeschrieben werden und schließlich wie häufig ich in der freien Fondslösung umschichte. Freie Fondssparpläne lösen nämlich bei jeder Umschichtung (also Verkauf alter und Ankauf neuer Fondsanteile)
Abgeltungssteuer aus. 25 % plus Soli (ggf. plus Kirchensteuer) der Zwischengewinne fließen dem Staat zu und bedinet nicht meine private Altersvorsorge. Den Einzelfonds zu kennen, den man 30 Jahre lang ohne Umschichten besparen kann, ist ein in höchstem Maße unrealistische Vorstellung und hat mit strategischer Planung für die private Altersvorsorge nichts zu tun.

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